Förderprogramm Highschool und Berufsausbildung
Die Stiftung für Bildung gegen Armut ist im Norden Tansanias tätig, rund um die Orte Mto wa Mbu und Makuyuni. Hier leben überwiegend Maasai. Die Familien haben meist viele Kinder. Es ist schon schwer genug, sie alle satt zu bekommen, für Arztkosten oder Schulmaterialien reicht es dann oft nicht mehr. An eine Berufsausbildung oder Studium, die in Tansania sehr kostspielig sind, ist erst recht nicht zu denken.
Highschool
Seit dem Jahr 2016 ist der Besuch aller öffentlichen Schulen in Tansania kostenlos. Das gilt für die sechsjährigen Grundschulen ebenso wie für die vierjährigen Sekundarschulen. Nur für die daran anschließende Highschool müssen Schulgebühren bezahlt werden. Allen gemeinsam ist jedoch, dass die Schulmaterialien und die Schuluniformen selbst beschafft werden müssen, was für Familien mit geringem oder ohne Einkommen kaum leistbar ist.
Erst recht wären sie nicht in der Lage, die Schulgebühren für die Highschool zu bezahlen, sollte sich eines ihrer Kinder trotz aller Widrigkeiten mit sehr guten Ergebnisse für die Highschool qualifiziert haben. Deshalb nimmt die Stiftung für Bildung gegen Armut jedes Jahr 10 Absolventen der Secondary School in ihr Förderprogramm auf, um ihnen damit den Besuch der Highschool zu ermöglichen.
Die Stiftung zahlt ihnen nicht nur die Schulgebühren, sondern auch die Schülerausstattung. Da es sich um Internatsschulen handelt, müssen auch Matratzen, Bettzeug, Uniform u.v.m. mitgebracht werden. Hinzu kommen die oft erheblichen Fahrtkosten, denn die Schulen liegen häufig weit vom Heimatort entfernt.
Berufsausbildung und Studium
Mittellosen Schulabsolventen finanziert die Stiftung für Bildung gegen Armut eine Berufsausbildung bzw. ein Studium. Die Ausbildungskosten sind in Tansania mit 1.200 Euro bis 1.500 Euro pro Jahr bei 3 Ausbildungsjahren sehr hoch. Diese Ausbildungsgebühren zahlt die Stiftung an eine extra dafür gegründete tansanische NGO, die diese Gelder als zinsloses Ausbildungsdarlehen vergibt.
Nachdem die Absolventen eine bezahlte Arbeit gefunden haben, wird erwartet, dass sie mit den Rückzahlungen der Darlehen beginnen. Aus diesen Rückzahlungen werden weitere zinslose Ausbildungskredite finanziert. Die Durchsetzung der Rückzahlungen liegt in den Händen der NGO.
Seit Beginn des Ausbildungsprogramms haben schon mehr als 120 junge Menschen ihre Ausbildung bzw. ihr Studium abgeschlossen. Deshalb zieht sich die Stiftung schrittweise aus diesem Projekt zurück, während die neuen Ausbildungskredite zunehmend aus den Rückzahlungen finanziert werden sollen.
Ein Beispiel
Anna ist das älteste von 6 Kindern. Ihr Vater hat die Familie verlassen, so dass ihre Mutter allein für die Kinder sorgen muss. Sie hütet Kühe und Ziegen und bekommt dafür Milch. Annas Mutter baut auch etwas Gemüse an. Trotzdem konnte sie das Schulgeld, das noch bis zum Jahr 2016 für den Besuch der Sekundarschule bezahlt werden musste, für ihre Tochter nicht aufbringen.
Darum wurde Anna in das Förderprogramm der Stiftung für Bildung gegen Armut aufgenommen und konnte dadurch die Sekundarschule besuchen. Zwei Jahre später hat die Stiftung auch ihrer Schwester Elisabeth den Besuch der Sekundarschule ermöglicht.
Anna hat im Jahr 2014 die Schule beendet und 2015 eine Berufsausbildung zur Kindergärtnerin begonnen. Dies war möglich, weil die Stiftung Anna ein zinsloses Ausbildungsdarlehen gewährt hat. 2016 hat Anna ihre Ausbildung beendet und ist seit 2019 im LOHACHI-Kindergarten als Erzieherin angestellt. Sogleich begann sie mit den Rückzahlungen in kleinen monatlichen Raten. In 2026 wird sie ihr Ausbildungsdarlehen vollständig zurückgezahlt haben.